Modularküche

Kulinarisch-künstlerische Übersetzungen zwischen Portugal und Norddeutschland

Förderpreisausstellungen 2025/26

Mit den Ausstellungen der Förderpreisträger:innen 2025/26 präsentiert die Arthur Boskamp-Stiftung zwei künstlerisch forschende Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise mit ökologischen, translokalen und materiellen Zusammenhängen auseinandersetzen. Während das kollaborative Projekt Modularküche von Paula König, Liliana Escalhão und Johann König Essen als Medium kultureller Übersetzung und kollektiver Wissensproduktion begreift, untersucht die Künstlerin Eda Aslan in Transmitting Wind Luftströme als Träger politischer und materieller Geschichte. Beide Projekte eröffnen körperliche und diskursive Zugänge zu Fragen von Ökologie, Erinnerung und Alltagskultur.

Ausstellungsdauer: 10. Mai bis 4. Juli 2026
Eröffnung: 9. Mai 2026, 14:00 Uhr

Die Modularküche ist ein kollaboratives Forschungsprojekt von Paula König, Liliana Escalhão und Johann König, das künstlerische und kulinarische Praktiken miteinander verbindet. Entstanden ist die Idee durch die Begegnung von Paula König und Liliana Escalhão während einer Artist Residency in Portugal im Jahr 2022. Aus Gesprächen über Saisonalität, regionale Gemüsekulturen und ästhetische Übersetzungen entwickelte sich eine kontinuierliche Zusammenarbeit, in der Rezepte, Zeichnungen und grafische Module gleichermaßen Werkzeuge künstlerischer Forschung waren. Ausgangspunkt der Modularküche für die Arthur Boskamp-Stiftung ist die Auseinandersetzung mit regionalen Nahrungsmitteln und saisonalen Rezepten aus Zentralportugal und Norddeutschland – als Träger lokaler Geschichten, Lebensweisen und klimatischer Bedingungen. Die Ausstellung in der Arthur Boskamp-Stiftung zeigt im 1. Stock die Ergebnisse dieser Forschung durch künstlerische Illustrationen, Abbildungen und Installation. Begleitend zur Ausstellung entsteht eine umfangreiche zweisprachige Publikation (Deutsch/Portugiesisch), gestaltet von Johann König. Sie ist nicht bloße Dokumentation, sondern eigenständiges künstlerisches Format zwischen Rezeptbuch, Kalender und visueller Erzählung durch eine Woche Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Rezepte, Zeichnungen, sowie Beiträge verbinden kulinarische Praxis mit ökologischen Fragestellungen und kultureller Reflexion.

Modularküche zeigt damit, wie lokale Wissensproduktion, künstlerische Praxis und Alltagskultur ineinandergreifen können. Die Ausstellung eröffnet Möglichkeitsräume für kollektive Erfahrung, Austausch und Sensibilisierung – und fragt, wie eine einfache, farbenfrohe, gemüsegartennahe Küche zum Ausgangspunkt für neue Formen ästhetischer und sozialer Praxis werden kann.

Paula König (*1993, Kiel) ist Künstlerin und lebt zwischen Lissabon und Ostholstein. Ihre ortsbezogene Praxis verbindet Recherche, Malerei und kritische Perspektiven auf Extraktivismus. Ihre Projekte führten sie zuletzt u. a. nach Svalbard, Portugal, Schottland und Tschechien.

Liliana Escalhão (*1983, Castelo Branco) ist Köchin und Konzepterin in Lissabon. Ihre pflanzenbasierte Küche verbindet Kreativität, Care und Gemeinschaft. Sie leitete u. a. das Kulturprojekt Primeiro Andar und ein vegetarisch-veganes Restaurant im Kunstzentrum Hangar. In ihren Workshops und Formaten steht eine pflanzenbasierte, ganzheitliche Küche im Mittelpunkt – getragen von Intuition, Wissen und sozialer Verantwortung.

Johann König (*1999, Eutin) studierte Kommunikationsdesign in Hamburg. Mit einem soziologischen Hintergrund gestaltet er Projekte zu sozialen und ökologischen Themen. Dabei spielen partizipative Konzepte und kritische Designansätze eine wesentliche Rolle. Zuletzt beschäftigte er sich mit Gemeingütern und den Möglichkeiten ihrer Gestaltung.

Förderpreise

Die Förderpreise der Arthur Boskamp-Stiftung werden alle zwei Jahre vergeben und richtet sich an Künstler:innen mit einem Bezug zu Norddeutschland. Neben einer finanziellen Förderung und einer Ausstellung im M.1 erhalten die Preisträger:innen die Möglichkeit, bis zu zwei Monate lang eine Gästewohnung und ein Atelier im M.1 in Hohenlockstedt zu nutzen.

Die Ausschreibung für die Förderpreise 2025/26 orientierte sich am kuratorischen Programm Kunst als ökologische Praxis des künstlerischen Leiters Ronald Kolb. Es richtete sich an künstlerische Positionen, die forschend und partizipativ an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft, Ökologie und Nachhaltigkeit arbeiten.

Über die Vergabe der Auszeichnung entschied eine Fachjury, die in diesem Jahr mit Liliana Gomez (Professorin für Kunst und Gesellschaft, Universität Kassel), Alistair Hudson (Vorstand Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe), Ulrike Boskamp (Vorstand Arthur Boskamp-Stiftung) und Ronald Kolb (Künstlerische Leitung 2025/2026, Arthur Boskamp-Stiftung) besetzt war.

Ausstellungsdauer: 10. Mai bis 4. Juli 2026
Eröffnung: 9. Mai 2026, 14:00 Uhr
Ort: M.1 Arthur Boskamp-Stiftung, Breite Str. 18, 25551 Hohenlockstedt

Öffentliche Führungen
Sonntag, 23. Mai 2026, 14:00 Uhr
Samstag, 6. Juni 2026, 15:00 Uhr

Abschlussveranstaltung mit Führung und Vorstellungen der Förderpreis-Kataloge:
4. Juli 2026, 15:00 Uhr, zusammen mit dem M.1-Sommerfest

Reguläre Öffnungszeiten während der Laufzeit:
Samstag und Sonntag, 14:00–18:00 Uhr
Individuelle Führungen sind nach Vereinbarung gerne möglich: Ronald Kolb rk@arthurboskamp-stiftung.de

Termine

2026

4. Juli 15 Uhr Abschlussveranstaltung mit Führung und Vorstellungen der Förderpreis-Kataloge
6. Juni 15 Uhr Öffentliche Führung durch die Ausstellung
23. Mai 14 Uhr Öffentliche Führung durch die Ausstellung
10. Mai 14–18 Uhr Ausstellung geöffnet
9. Mai 14 Uhr Ausstellungeröffnung
5. April 19 Uhr Offenes Abendessen mit Modularküche (Paula König, Liliana Escalhão und Johann König)
4. April 19 Uhr Offenes Abendessen mit Modularküche (Paula König, Liliana Escalhão und Johann König)
3. April 19 Uhr Offenes Abendessen mit Modularküche (Paula König, Liliana Escalhão und Johann König)
2. April 19 Uhr Offenes Abendessen mit Modularküche (Paula König, Liliana Escalhão und Johann König)